Autofahren in Griechenland (Kreta / Zakynthos)

Unsere letzten beiden Sommerurlaube haben meine Freundin und ich auf den Inseln Kreta bzw. Zakynthos verbracht. Zwar liegen wir beide gerne an schönen Stränden, doch länger als 3 Tage halten wir die ständige Strandumgebung nicht aus. Wir sind beide neugierig und lieben es neue und unberührte Plätze zu entdecken. Daher haben wir uns bisher immer für einige Tage ein Mietauto angemietet. Die Bedienung der Fahrzeuge ist, no na ned, wie auf Kontinentaleuropa. Das Fahrverhalten der Hellenen und deren Straßenbedingungen sind eine Klasse für sich.

Keine Angst. Auf Kreta oder Zakynthos zu fahren ist kein Himmelfahrtskommando. Ich will hier niemandem Angst machen der auf der Suche nach Erfahrungsberichten ist. Ich selbst habe mich vor und während des Griechenland Aufenthaltes auf die Suche nach Erfahrungsberichten vom Straßenverkehr  gemacht und leider nichts gefunden. Daher möchte ich hier meine Erlebnisse und Erfahrungen schildern um anderen Suchenden einen kurzen Einblick zu geben und für allgemeine Beruhigung zu sorgen.

Straßen
Die Straßen auf Kreta und Zakynthos sind alle asphaltiert. Es gibt nahezu keinen Straßenabschnitt welcher nicht asphaltiert wäre. Ich habe in einigen Reiseführern und Berichten von gefährlichen, instabilen und nichtasphaltierten Straßen gelesen und sofort Schweißperlen auf der Stirn bekommen. Dies hat sich in keinster Form bewahrheitet. Kreta besitzt eine relativ große, moderne und ausgebaute Autobahn. Sie ist zwar nicht zu 100% mit dem Autobahnstandard in Österreich zu vergleichen aber es kommt schon nahe dran. Das restliche Straßennetz auf Kreta und Zakynthos ist vergleichbar mit den österreichischen Landes- und Bundesstraßen, sowie mit örtlichen Gemeindestraßen.

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Die meisten Straßen auf Kreta und Zakynthos sehen in etwa so aus

Straßenkarten / Google  Maps
Was auf so manchen inländischen Straßenkarten als gut ausgebaute Straße oder Autobahn eingezeichnet ist, entpuppt sich häufig als etwas holprigere Landesstraße. Vice versa kommt es aber auch vor, dass als „schlecht“ deklarierte Straßen durchaus gut ausgebaut sind.
Was ich damit sagen möchte ist, dass man sich nicht zu 100% auf die Straßenbezeichnungen und Beschreibungen der Karten verlassen sollte. Vieles ist irreführend. Wir haben die Erfahrung gemacht das kostenloses Kartenmaterial von örtlichen Reiseveranstaltern oft besser ist als jenes, dass in teuren Reiseführern beigelegt wird.

Tempolimits
Die GriechenInnen pflegen einen sehr zügigen und manchmal rasanten Fahrstil. Dies betrifft auch ihre Fahrgeschwindigkeit. Ebenso scheinen die lokalen Verkehrsbehörden die Tempolimits etwas Laissez-faire zu vergeben. An Stellen an denen 80 km/h erlaubt wären, empfand ich persönlich eine max. Geschwindigkeit von 60 km/h angebracht. An anderen Fahrabschnitten war die Geschwindigkeit auf 30km/h begrenzt und es wäre durchaus sicher gewesen mindestens 50 km/h zu fahren. Meine Faustregel war: „Ich bin auf Urlaub und habe keinen Stress.“ Daher habe ich die Geschwindigkeit immer an mein Sicherheitsgefühl und die Straßenverhältnisse angepasst. Natürlich unter Berücksichtigung der örtlichen Tempolimits, manchmal zum groll der lokalen Verkehrsteilnehmer.
Polizei- und Radarkontrollen
Persönlich wurden wir nie von Polizisten angehalten. Daher kann ich leider keine Erfahrungen direkt mit der Polizei beschreiben. Es gab aber definitiv Verkehrskontrollen. Jedoch war es nicht immer nachvollziehbar ob bei den Kontrollen verstärkt Ausländer oder Einheimischen abgefangen und kontrolliert wurden. Ebenso gibt es verschiedenartige Radarkästen. Diese werden zumeist auch mit Verkehrsschildern angekündigt.

Straßen- und Ortsschilder
Wie man weiß, besitzt das griechische über eine eigene Schrift. Jedoch muss man sich auf den Ferieninseln keine Sorgen machen. Wirklich alle Ortsnamen und Richtungsschilder sind neben den griechischen auch mit lateinischen Buchstaben versehen.  Auch die Straßen- und Verkehrsschilder sind wie in allen anderen europäischen Ländern einheitlich und verständlich.

Parken
In Städten wie Agios Nikolaos auf Kreta ist es oft schwer innerstädtisch einen Parkplatz zu finden. Außerdem wussten wir nicht wie es sich mit den Parkzonen der Stadt verhält und ob man eine eigene Parkometergebühr entrichten muss. Daher haben wir auf den weisen Rat unserer Reiseführung vor Ort gehört und den Parkplatz am Hafen aufgesucht. Ich kann diesen Parkplatz am Hafen durchaus empfehlen. Dieser ist zwar kostenpflichtig aber man bezahlt einen fairen Preis und die Parkplatzaufsicht ist sehr freundlich. Man erreicht den Parkplatz indem man einmal durch die Stadt fährt. Im Grunde lediglich dem Straßenverlauf beim einfahren in die Stadt folgt.
Sonst stehen bei vielen Sehenswürdigkeiten und Stränden Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Die meisten sind sogar kostenlos. Auch ein Anhalten am Straßenrand auf übersichtlichen Straßen ist durchaus möglich und erregt kein großes Aufsehen.

Tiere
Ist man auf eher verlassenen Berg- und Landstraßen mit wenig Verkehr unterwegs, ist es gar nicht so selten, dass man auf Tiere trifft. Daher ist auf solchen Straßen vor allem vor unübersichtlichen Stellen stets eine angepasste Geschwindigkeit angebracht. Nicht selten Standen auf Kreta plötzlich Ziegen, Hühner oder andere Tierfreunde mitten auf der Straße und dachten an nichts Böses. Oftmals mussten wir auch von der Hupe Gebrauch machen um die Straße weitere passieren zu können.

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Ein kleines Nickerchen auf der Straße

Tanken
Der Benzin und Diesel auf Zakynthos und Kreta waren immer teurer als in Österreich. Wir erklärten uns das immer damit, dass Griechenland sowieso schon wirtschaftliche Schwierigkeiten hat und andererseits es sicher mit enormen Kosten verbunden ist den Sprit auf die Inseln zu befördern. Unter einem Euro je Liter haben wir nie Benzin oder Diesel gefunden (Stand: Sommer 2015). Auch die Autobahn/Stadt Regel die in Österreich für Tankstellenpreise gilt, gilt für Kreta und Zakynthos nicht. Es ist damit relativ egal ob man an einer viel befahrenen Straße oder in einem kleinen Kuhdorf tankt. Der Preis war immer ziemlich ähnlich bis gleich.
Zu beachten gilt es, dass es keine einzige Selbstbedienungstankstelle gibt. Überall tankt ein Tankwart für einen. Daher ist es ganz wichtig zu kontrollieren, ob die Anzeige an der Zapfsäule wirklich bei 0 steht. In der Regel sagt man nämlich dem Tankwart um wie viel man tanken möchte.

Mietfahrzeuge
Was kostet ein Mietauto? Wir haben unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Auf Kreta haben wir über unsere lokale Reiseveranstaltung die uns im Hotel für ein Infogespräch aufgesucht hat  den Mietwaagen gebucht. Diese konnte uns für 3 Tage einen speziellen Preis arrangieren. Wir haben dann für 3 Tage Mietauto 90€ bezahlt. Das Auto auf Kreta war ein älterer Hyundai bei dem laufen die Motorblockleuchte aufgeleuchtet hat, obwohl das Auto keinen Schaden hatte. Der Autovermietung war das sichtlich egal. Uns hat es trotzdem immer etwas beunruhigt.
Auf Zakynthos haben wir auch die lokale Reiseveranstaltung befragt, doch diese war alles andere als bemüht und konnte uns nur ein überteuertes Angebot machen. Daher haben wir direkt über die Hotelrezeption ein Auto angemietet. Das Auto wurde uns zum Hotel gebracht und von dort auch wieder abgeholt was sehr entspannt war. Jedoch haben wir für 3 Tage 120€ bezahlt, was uns aber auch noch angemessen erschien. Auf Zakynthos haben wir einen kleinen Citroen bekommen.

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Unser Auto auf Kreta

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Der Citroen auf Zakynthos

Natürlich könnte man über das Autofahren auf Kreta und Zakynthos viel mehr erzählen. Dies soll ein kleiner kompakter Überblick sein. Falls es noch Fragen gibt stehe ich natürlich gerne via Kommentare oder Mail zur Verfügung.

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