Reiß ma den Dolfi ab

Die Regierung beschäftigt sich mit einem Haus in Braunau? Was zum Henker? Was für manche unverständlich klingt, ist eine heikle Angelegenheit. Hitlers Geburtshaus soll demnächst der Republik gehören. Folgt nach der Enteignung nun auch der Abriss? Ein paar Gedanken zur aktuellen Vergangenheitspolitik.

Herr Innenminister Sobotka, soll ich Ihnen die Birne abreisen? Unfassbar. Welche abstrusen Hirnwindungen spuckt der Herr Minister als nächstes aus? Sollen wir alle historisch bedeutenden und heiklen Gebäude einfach einreisen. Frei nach dem Motto, aus den Augen aus dem Sinn. „Reis ma des Dolfi Haus oafoch ob, eh wurscht!“, scheint die krasse craniale Doktrin des Herren „Samstag“ (Anm. Sobota, slow. f. Samstag) zu sein.

Ein Abriss des Geburtshauses von Adolf Hitler in Braunau am Inn würde die Stufe des Verherrlichens um eine weitere Ausgeburt bereichern. Ist ein derartiger Ort verschwunden verschwindet mit ihm sukzessive auch der Dorn. Der Dorn welcher uns an all die Gräuel erinnert. An Totalitarismus, Faschismus und alle unmenschlichen und kranken Ausgeburten des Hitlerregimes.

Ebenso wäre es ein Präzedenzfall welcher weiteren Abrissen und damit dem kollektiven Vergessen Tür und Tor öffnet. Kaum ist eines verschwunden wird man in dieser Tradition fortfahren.  Das kann und darf nicht passieren.

Gott sei Lob und Dank sträubt sich die Regierung nachwievor gegen den Abriss. Der erste Schritt der Enteignung war ein guter. Es macht Sinn solch einen hochsensiblen Ort nicht einfach der privaten Hand zu überlassen. Rechtsextremismus und Radikalismus sind ein so großes Problem wie noch nie. Dies belegen nicht zuletzt die aktuellen Zahlen rund um rechtsradikale Kriminalität und Gewalt. (siehe HIER) Daher darf solch ein Ort nicht zum sakralen Platz und zur Brutstätte für rechtsextremes und radikales Gedankengut werden.

Eine HistorikerInnenkommission einzusetzen ist ein guter Schritt, ferner eine solche Kommission auch zu 1000% unabhängig ist und rein wissenschaftlich ihre Arbeit verrichtet. Gerade jetzt hätte Österreich die Chance einmal aufzuzeigen das es mit der eigenen Geschichte umzugehen vermag und sich mit Bedacht um sensible und heikle Themen kümmert. Und nicht wie ein Elefant im Porzellanladen alles niederreist um ja nicht mehr eine Wunde stelle zu haben auf die Aufmerksam gemacht werden muss.

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