Verräter wie wir… Geld, Russen und Familie

Es geht um Ehre. Es geht um Geld und es kommen Russen vor. Auch wenn „Verräter wie wir“ kein klassischer Russenmafia Film  ala Brutalinski ist, Spielt er mit vielen Elementen aus vorhergegangenen Filmen dieser Art.

Der Trailer zu diesem Film hat mich zunächst sehr angesprochen. Der Trailer schien spannend mit einem Hauch von Kaltem Krieg und Russenmafia. Mitten drin Ewan McGregor. Warum also nicht. 2 Karten für „Verräter wie wir“, bitte!

Kurz gefasst spielt Ewan McGregor den Hochschulprofessor Perry Makepeace welcher mit seiner Freundin Gail Perkins (Naomie Harris), die Anwältin ist, Kurzurlaub in Marrakesch macht um seiner Beziehung einen neuen Antrieb zu geben. Seine Frau muss aber trotz des Urlaubs arbeiten und lässt ihn kurzerhand bei einem Abendessen für eine Telefonkonferenz sitzen. Noch im Lokal lernt er Dima (Stellan Skarsgård), einen russischen Millionär kennen, welcher Perry auf eine ziemlich exzessive Party mitnimmt. Wie es eben die Russen machen, schöne Frauen, Alkohol, Drogen und das Ganze in einer großen Villa mit Pool.
Lange Rede kurzer Sinn. Dima gewinnt Perrys Vertrauen und weiht ihn in seine dubiosen und mafiösen Geschäfte ein, die Dima und seiner Familie demnächst zum tödlichen Verhängnis werden sollen. Perry mimt brav den englischen Gentle-  und Ehrenmann und hilft selbstlos dem russischen Mafioso den er eigentlich kaum kennt. Zuerst noch gegen den Willen seiner Freundin Gail, die daraufhin aber auch zur couragierten und selbstlosen Komplizin seiner Freundes wird um Dima und seiner Familie zu helfen.

Zunächst zeigt der Film viele schöne Orte. Von den tropischen Szenen in Marrakesch über die alpinen Bilder in Bern und den französischen Alpen. Ziemlich malerisch. Trotzdem ist der Film über manche Strecken ziemlich langatmig und benötigt immer wieder Starthilfe. Ewan McGregor macht seine Sache recht gut obwohl er in manchen Situationen etwas zu british und gentlemenlike rüberkommen möchte, mehr als dem Charakter eigentlich gut täte.
Es tut gut mit Naomie Harris eine dunkelhäutige Darstellerin in einer tragenden Rolle zu sehen. Es ist traurig das man dies heut zu Tage noch erwähnen muss aber es ist nun mal so, dass es viel zu selten dunkelhäutige Darstellerinnen in Hauptrollen zu finden gibt. Vor allem in einer seriösen Rolle. Harris spielt die Anwältin sehr solide und sachlich. Eine nüchterne Person die gut berechnet was sie tut und sehr korrekt denkt und handelt. Zum Ende hin lässt sich die Rolle aber sehr von jener des Perry einlullen um den Pathos und das halbwegs glimpfliche Happy End zu sichern. Was solls.
Stellan Skarsgard mimt als Schwede einen 1A Russen. Gute Arbeit. Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass aus den nordischen Ländern Europas tolle Bösewichte mit unglaublichem Charme daherkommen. Irgendwas macht man dort oben in gewisser Weise richtig. Man denke dabei nur an den, wie ich finde, formidablen Mads Mikkelsen der häufig als Bösewicht mit Charme (Casino Royal / Hannibal uva.) oftmals beliebter ist als die gute Seite. In eine ähnliche Kerbe schlägt Skarsgard als Dima. Nett, Familienmensch, leicht böse, kaltschnäuzig aber herzlich.

Alles in allem kann man sagen das „Verräter wie wir“ alles andere als ein klassischer Mafiafilm ist. Es finden sich viele Elemente von Menschlichkeit in ihm. Der selbstlose Einsatz von Perry, Gail und Dima obwohl sie sich nur flüchtig kennen. Familie spielt eine große Rolle und bestätigt einmal mehr das sich der gesellschaftliche Wandel und die Rückbesinnung auf den Wert „Familie“ in unserer Gesellschaft schon lange vollzogen hat.
Natürlich finden sich auch genrelastige Narrative von Gewalt, Korruption und der sanfte Touch eines wiederaufflammenden Kalten Krieges wieder, der sich einen kleinen Seitenhieb auf die aktuellen Beziehungen zwischen Russland und den westlichen Ländern nicht verkneifen kann. Gewürzt ist das 108 Minuten lange Geflimmer mit einer Brise Great Britain, obwohl der Streifen aus den USA kommt, was vielleicht den Pathos und die starke Familienbetonung erklären könnte.

Kann man sich mal ansehen. Aber nicht im Kino!

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